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365 Vögel, alphabetisch

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Aas- oder Raben- oder Nebelkrähe - Corvus corone



Corvus (lat. Rabe), korax (gr. Rabe), normal nennen wir sie Rabe, Krähe (oder der Bayer: Kroha).
Krähen und Raben spielen weltweit eine Rolle in Sagen und Märchen. Alte Götter und Könige nutzten ihre Weisheit, Intelligenz und Flugfähigkeit. Auch im Volks- und Aberglauben spielen sie eine Rolle, in vielen Märchen etwa ist die Rede vom weisen Wanderer "röiven", der verirrten Wandersleuten den richtigen Weg weist (und oft ein paar Tipps mit auf die Reise gibt). Bekannt sind die Grimmschen Märchen 'Die sieben Raben' oder 'Die Rabe'. Während der Sintflut lässt Noah einen Raben fliegen. Die Leichen von Erhängten beerdigte man lange nicht, und Raben saßen darauf und wurden so zum Galgenvogel.
Bis heute sind Raben und Krähen häufige Symbole in Literatur, Film und Lebensart. Wilhelm Raabe (so ein Vogel!) schreibt im Roman 'Das Odfeld' von einer Rabenschlacht. In Wilhelm Buschs Bildergeschichte Hans Huckebein hat der Unglücksrabe die Gestalt eines Raben.

Ein Unglücksrabe nämlich ist ein Menschen, der fortwährend Pech hat.
Seit dem 19. Jahrhundert verfolgen die Menschen Europas die Krähe als Landwirtschaftsschädling und Nesträuber. Sie schossen die Vögel ab, vergifteten sie mit Ködern, zerstörten ihre Gelege. Dennoch starb der Vogel nicht aus. Im 20. Jahrhundert führte vor allem Flurbereinigung zu Habitatsverlusten in einigen europäischen Gebieten, außerdem machte die Belastung durch Pestizide und Schwermetalle ihm zu schaffen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts ließ der Jagddruck nach, was regional zu Bestandserholungen führte. Gleichzeitig fasste die Aaskrähe in vielen Städten als Kulturfolger Fuß und breitete sich dort erfolgreich aus.
Krähen leiden unter schlechtem Ruf, weil sie Eier von anderen Singvögeln fressen.
Die grau-schwarze Mophe ist die Nebelkrähe und die vollständig schwarze die Rabenkrähe. DNA-Analysen können keine genetische Trennung zwischen Raben- und Nebelkrähen feststellen. Die nächsten Verwandten der Aaskrähe sind die Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos) und die Sundkrähe (Corvus caurinus) aus Nordamerika.




Die Rufe der Raben sind sehr charakteristisch und über weite Entfernungen zu hören.

Vincent van Gogh: Weizenfeld mit Raben 1890

Die Krähe ist nahezu weltweit zuhause. Ihr erreichbares Höchstalter liegt bei über 19 Jahren.
Raben stehen zurecht in dem Ruf, hochintelligente Vögel zu sein. Sie stellen Werkzeuge hier, spielen Spiele, erlernen Wörter, finden versteckte Gegenstände, lassen Nüsse auf die Straße fallen, damit Autos sie knacken, ködern Fische mit Brotkrumen und können menschliche Gesichter auseinanderhalten. Die Geradschnabekrähe, intelligenteste Vogelart überhaupt, benutzt Werkzeuge und kann einen Haken herstellen (um Insekten, Früchte oder Nüsse aus Spalten zu angeln), was selbst unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, nicht fertigbringen.

Ein weiterer Grund für ihren Erfolg ist die Ernährung. Sie fressen fast alles, Tier oder Pflanze, lebendig oder tot. Sie sind Omnivoren. Allesfresser. Zudem tolerieren sie die meisten menschlichen Aktivitäten problemlos und sind gelegentlich Getreideschädlinge, was die Erfindung der Vogelscheuche vor mehr als 300 Jahren angeregt haben soll. Einem englischen Aberglaube zufolge stürzt die Monarchie, wenn die Raben den Tower von London verlassen, daher halten Majestät dort sechs Raben, gepflegt von den Yeoman Warders.

Matthias Grünewald:
Hat ein Rabe dem Einsiedler in der Wüste Brot gebracht?

Mathhias Grünewald Isenheimer Altar




  Wichtige Arten
- Aaskrähe
- Amerikanerkrähe
- Banggaikrähe
- Bennettkrähe
- Borstrenrabe
-
Buntschnabelkrähe

- Dickschnabelkrähe
- Dohle
- Elsterdohle
-
Erzrabe
- Fischkrähe
- Geierrabe
- Geradschnabelkrähe
- Gesellschaftskrähe
- Glanzkrähe
- Guamkrähe
- Hawaiikrähe
- Kolkrabe
- Neuhollandkrähe
- Saatkrähe
- Salvadorikrähe
- Schildrabe
- Tasmankrähe
- Weißhalsrabe
- Wüstenrabe



Hochinteressante Doku Rabenvögel auf ARTE

Raben und Krähen zählen zu den größten Arten der Sperlingsvögel: Die beiden größten Vertreter der Gattung sind Erz- und Kolkrabe, die größten Sperlingsvögel überhaupt. Die Vögel werden alt, z. B. Dohlen 29, Kolkraben 28 Jahre!
Und: Rabe oder Krähe gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!

Und: Der Rabe ist auch im Weltall als Sternbild-> im Himmel zu sehen!


Ährenträgerpfau - Pavo muticus



Pavo (lat. Pfau), muticus (lat. umgekippt, unbewehrt).
Der Ährenträgerpfau, auch Grüner Pfau, enger Verwandter des Blauen Pfaus und mit diesem auch kreuzbar (es entsteht dann ein 'Spaldingpfau'), kommt in der Natur nur noch in kleinen Teilen Südostasiens vor, und zwar in 3 Unterarten, die sich in Färbung der Schwingen und Grünton des Körpergefieders unterscheiden.



Chinesen und Japan halten den Ährenträgerpfau als Ziervogel, in der traditionellen Kunst beider Länder ist er oft ein Motiv, und ein japanischer Kaiser soll dem Papst ein solches Bild geschenkt haben.
Sein Bestand ist stark rückläufig, denn man jagt ihn wegen seines Fleisches und seiner Federn.



Thailand und China stufen ihn als landwirtschaftlichen Schädling ein und vergiften ihn.




Alpenschneehuhn - Lagopus muta



Lagos (gr. Hase), pous (gr. Fuß)
Das Alpenschneehuhn ist vor allem in der Tundrenzone der gesamten Holarktis (größte biogeographische Region, die den Großteil der nördlichen Hemisphäre umfasst) vertreten. In Mitteleuropa ist es ein Eiszeitrelikt, das in einem eng umgrenzten Gebiet der Alpinstufe ein häufiger Brut- und Jahresvogel ist. Unterhalb der Baumgrenze ist das Alpenschneehuhn nur ausnahmsweise und in tieferen Stufen überhaupt nicht anzutreffen. Alpenschneehühner sind etwas kleiner als die nahe verwandten Moorschneehühner, die Flügelspannweite beträgt bis 60 cm.
Alpenschneehühner verlassen sich auf ihre hervorragende Tarnung. Wenn Wanderer sich nähern, bleiben sie so lange sitzen, bis man fast auf sie tritt, um dann mit lautem Flügelburren aufzufliegen.
In Europa kommt es in Island, im Norden Skandinaviens, im Norden Großbritanniens sowie in den Pyrenäen und Alpen vor. Lebensraum sind Zwergstrauchheiden, trockene Gebirgsrasen und Almwiesen, Moränen- und Gerölllandgebiete sowie Schneetäler. Während der kalten Jahreszeit hält sich das Alpenschneehuhn vor allem an exponierten Hängen auf, die früher abtauen. Alpenschneehühner bleiben fast nur am Boden. In steinigem Gelände mit wenig Vegetation oberhalb der Baumgrenze oder im Winter sind sie auch in den lichten Weiden- und Birkenwäldchen an der Baumgrenze zu finden.



Ihre Winternahrung besteht aus Endtrieben und Knospen sowie Blättern von Pflanzen wie der Krähenbeere und Gämsheide. Wichtige Nahrungspflanzen sind Weiden und Birken. Während des Sommerhalbjahrs fressen sie Samen, Blätter und Blüten sowie Beeren. Wichtige Nahrungspflanzen sind Gämsheide, Rosmarienheide, Trunkelbeere und Heidelbeere. Eine Rolle spielen aber auch Blätter und junge Triebe von Weiden, Samen von Felsenblumen und Zwergbirke.
Das Nest ist eine kaum ausgepolsterte flache Mulde zwischen Steinen oder unter Sträuchern. Ende August, Anfang September schließen sich die Familienverbände wieder zu Scharen zusammen. In den Herbstmonaten können diese Trupps sehr groß sein und aus bis zu 300 Vögeln bestehen. In den Wintermonaten lösen sich diese sehr großen Verbände jedoch wieder in kleinere Trupps auf, die sich über eine weite Fläche verteilen.
Die Schweizer jagen das Alpenschneehuhn in vier Kantonen, zwischen 2013 und 2015 haben sie jährlich etwa 400 bis 550 Schneehühner abgeschossen. Auch die Österreicher bejagen es in Vorarlberg und Tirol.


Amerikanerkrähe - Corvus brachyrhynchos



Corvus (lat. Rabe), brachyrhynchos (gr. Kurzschnabel).

Verbreitet von British Columbia bis Neufundland und im Süden von Kalifornien bis nach Florida. Der Vogel lebt in Prärien, in lichten Wäldern, auf Äckern, an Stadträndern und in Stadtgebieten. Aus dem nördlichen Verbreitungsgebiet zieht er im Winter südwärts.



Auf Müllhalden geht die Amerikanerkrähe in großen Schwärmen auf Futtersuche. Außerhalb der Brutsaison finden sich am Abend manchmal Millionen von Vögeln ein und zerstreuen sich am Morgen, um Futter zu suchen. Sie verfügen über eine gut entwickelte Sozialstruktur und ausgeprägte Kommunikationsstrategien, mit denen sie Artgenossen Futterplätze beschreiben oder vor Gefahren warnen können.
Es existieren 4 Unterarten von ihr.


Amsel - Turdus merula



Turdus (lat. Drossel), merula (alt. Amsel). Die Amsel oder Schwarzdrossel ist in Europa einer der am weitesten verbreiteten Vögel und bekanntesten überhaupt. In ihren Lauten ist sie besonders kreativ was Erfindung, Kombination und Variation von Motiven betrifft, ihre melodiösen Strophen klingen für menschliche Ohren eingängig und gefällig, ganz im Gegensatz zu dem - von beiden Geschlechtern - bei Erregung zu hörendem Zetern.
Ursprünglich Vogel des Waldes beginnt sie im 19. Jahrhundert bis in die Stadtzentren vorzudringen und ist zum Kulturfolger geworden.

Verschiedene Falkenarten, Sperber, Habicht, Mäusebussard oder Rotmilan sind bei der Jagd auf Amseln erfolgreich. Rabenvögel erbeuten ihre Eier und Jungvögel, auch Marder, Füchse, Hauskatzen, Wanderratten sowie Eichhörnchen kommen als Fressfeinde in Betracht. Der Straßenverkehr erfordert zahlreiche Opfer unter den Amseln. In Deutschland ist die Amsel mit etwa 7 Millionen Brutpaaren nach Spatz und Buchfink der dritthäufigste Brutvogel.

Amsel, Drossel, Fink und Star
und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr,
lauter Heil und Segen.

Was sie uns verkünden nun,
nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein,
lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein,
singen, springen, scherzen.

Die Trivialnamen einiger Sprachen nehmen Bezug auf die schwarze Gefiederfärbung der Männchen, so beispielsweise 'Blackbird' im Englischen oder 'Merle noir' im Französischen. Der Landesname Kosovo geht aufs Amselfeld (Kosovo polje) zurück, nach einer Legende hätten sich die dort gefallenen serbischen Helden in Amseln verwandelt. Bereits die Römer mästeten sie, denn Amselfleisch galt als sehr schmackhaft. Zur traditionellen korsischen Küche gehört Pâté de Merle, eine Amselpastete. Sehr beliebt sind Amseln wegen ihres Gesangs auch als Stubenvögel.
Wegen ihrer mit Trauer assoziierten Färbung und ihres einsamen Waldlebens bringt christliche Symbolik Amseln oft mit frommen Einsiedlern in Verbindung. Die Legende vom Heiligen Kevin besagt, dass ihm eine Amsel in der Fastenzeit Eier in die zum Gebet emporgestreckten Hände legte. Kevin sei dann in der Gebetshaltung geblieben, bis das Ei ausgebrütet war und das Junge davonfliegen konnte. Er soll sich unter Tieren wohler gefühlt haben als unter Menschen.

Kevin ist auch Patron der Amseln, da er sich ein Leben im Einklang mit der Natur wünschte und ihn daher angeblich oft Vögel begleiteten.
Abergläubische schreiben der Amsel magische Kräfte zu, etwa soll in ein Haus, in dem eine Amsel weilt, der Blitz nicht einschlagen.

Lyrik erwähnt Amseln oft. Musil schrieb "Die Amsel". Bekannte Volkslieder sind "Vogelhochzeit" und "Alle Vögel sind schon da". Richard Strauss fängt im "Rosenkavalier" Amselgesang naturgetreu ein, Paul McCartney mischt dem Song Blackbird am Ende Originalamselgesang (1:37) bei.
Ihr wisst: Amsel auf Englisch heißt Blackbird. Wisst Ihr auch, was das Schreckliches ist: "Blcakbirding"?
Lest den Artikel in Wikipedia durch, es wird einem schlecht, wie die Engländer auf den Salomoninseln gewütet haben ...

Das wird der armen Amsel ewig anhängen.
Und: Sie gehört zu den 30 in unseren Gärten am häufigsten vorkommenden Vögeln!


Bachstelze - Motacilla alba



In Westfalen heißt sie Wippstiärtken, In Niedersachsen Wippsteert, im Kölner Raum Wibbelstetzje, in Ostfriesland Akkermantje oder Baumantje:
Die Rede ist von der Bachstelze.
Sie ist eine Singvogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper und fällt durch ihr kontrastreiches, schwarz-weiß-graues Gefieder und den stelzentypischen Wippschwanz auf. Der charakteristische Ruf ist ein hohes, metallisches "dschiwid".



Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südostgrönland durch die gesamte Paläarktis bis zur Beringstraße und in den äußersten Westen Alaskas. Im Norden reicht es über den Polarkreis hinaus, im Süden bis in die Subtropen. In Mitteleuropa ist die Bachstelze verbreitet, im Winter ziehen Bachstelzen meist nach Süden.
Wichtigste Todesursache sind Kollisionen mit Kraftfahrzeugen auf Landstraßen.
Und: Die Bachstelze gehört zu den 30 in unseren Gärten am häufigsten vorkommenden Vögeln!


Banggai-Krähe - Corvus unicolor



Corvus (lat. Rabe), unus (lat. eins), color (lat. Farbe)
Eine vom Aussterben bedrohte Krähenart, die auf dem Banggai-Archipel endemisch ist.





Von 1900 stammt eine Beschreibung zweier im Handel erworbener Krähenbälge von einer ungenannten Insel im Banggai-Archipel, die heute im American Museum of Natural History aufbewahrt sind. 2008 gelingt es einem indonesischen Ornithologen, zwei Exemplare zu fotografieren und zu fangen.
Bis 2007 waren nur zwei Museumsexemplare bekannt, als man sie wiederentdeckt. Noch etwa 500 ihrer Art leben in Bergwäldern auf der Insel Peleng oberhalb 500 m.
Und so macht die Banggai-Krähe Musik


Bankivahuhn - Gallus gallus



Das Bankivahuhn, eine Hühnervogelart aus der Familie der Phasianidae ist die wildlebende Stammform unseres Haushuhns.

2020 leben auf unserer Welt knapp 8 Milliarden Menschen - und wieviele Hühner?
Hühnerfleisch erlebt die letzten Jahrzehnte eine sagenhafte Nachfragesteigerung. Der weltweite Konsum hat sich von 1960 bis 2010 von 2,4 kg auf 11 kg pro Kopf mehr als vervierfacht, weil in der zunehmend überernährten westlichen Welt der Bedarf an fettarmen Fleisch wuchs, während in den Schwellenländern die fehlenden Kühlmöglichkeiten ausschlaggebend waren. Eine Familie kann an einem Tag ein Huhn verzehren, für das verbleibendes Fleisch von Schweinen oder Rindern mangelt es an geeigneten Lagermöglichkeiten.



Ein weiterer Grund ist die wirtschaftlich äußerst effiziente Aufzucht von Hühnern. Ein Küken wiegt nach dem Schlüpfen etwa 40 g, nach 2 Wochen etwa das 10fache und nach einem Monat hat das Masthuhn mit etwa 1,5 Kilogramm sein Schlachtgewicht erreicht. 1 Huhn benötigt circa 1,6 kg Futter, um 1 Kilogramm Fleisch zu produzieren. (Zum Vergleich: 1 Schwein 3 Kg, 1 Rind 8 Kg). 1960 schlachteten wir 6 Milliarden Tiere, 50 Jahre später 45 Milliarden.
2012 kommt es zu Straßendemonstrationen, als in Mexiko, dem Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Eierverzehr, Millionen von Haushühnern auf Grund einer Vogelgrippe getötet werden mussten und sich daraufhin der Eierpreis verdoppelte. Steigende Hühnerfleischpreise waren einer der Auslöser für die Revolution in Ägypten 2011. Kommentar der Protestierenden: "Sie essen Tauben und Hühner, während wir jeden Tag Bohnen essen." Im Iran verbietet im gleichen Zeitraum der Polizeichef dem nationalen TV-Sender, Bilder von Hühnerfleisch-essenden Personen auszustrahlen, nachdem sich die Preise für Hühnerfleisch verdreifachten hatten.



Aufgrund der Kommerzialisierung und Intensivierung der Hühnerzucht töten wir weltweit Milliarden Küken, da sie angeblich nicht wirtschaftlich genug sind, meist Männchen. Der Tierschutz in Europa sieht das als äußerst fragwürdig an.

Gockelhahn, Huhn, Henne und Küken (Gallus gallus domesticus) sind eine Zuchtform des Bankivahuhns Der durchschnittliche tägliche Weltbestand des häufigsten Haustiers des Menschen – das Haushuhn - wird auf mehr als 20 Milliarden Tiere geschätzt, damit kommen auf jeden Menschen drei Hühner. Die Zahl der jährlich geschlachteten Haushühner beträgt 45 Milliarden. Es gibt über 180 Rassen. Nur vier Konzerne züchten und vermarkten Mast- und Legehybride weltweit.



Das Haushuhn ist die erste standorttreue Vogelart, bei der man Magnetsinn nachgewies. Das Krähen des Hahnes (Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich's Wetter oder es bleibt, wie's ist!") dient der akustischen Markierung des Reviers. Meist kräht der Hahn morgens bei beginnendem Sonnenaufgang, gegen Mittag und Abend. Das Gackern ist ein vielfältiges Verständigungswerkzeug; es umfasst Warn-, Droh- und Lockrufe.


Baumfalke - Falco subbuteo



Subbuteo nicht nur ein aus England stammendes Tisch-Fußballspiel, sondern auch das Artepitheton des Baumfalken.
Falco subbuteo (lat. Falke, der kleiner als ein Bussard) passt noch weniger auf den Baumfalken. Er ist zwar ein kleiner Falke, dessen auffälligstes Merkmal seine rostroten Hosen sind und der in Deutschland die zweithäufigste Falkenart nach Turmfalken und vor dem Wanderfalken ist, aber immerhin eine Flügelspannweite bis 85 cm besitzt. Wir finden ihn im gesamten Europa, in großen Teilen Nord- und Zentralasiens, sowie in Nordchina und Japan. Zur Brut verwendet er alte, hochstehende Krähennester. Die Jagdweise des Baumfalken unterscheidet sich deutlich von der des wenig größeren Turmfalken.



Er ist Freiluftjäger, der im Gleit- und Segelflug Insekten, vor allem Käfer und fliegende Ameisen, erbeutet. Besonders in Gewässer- und Moorlandschaften sind Libellen eine bedeutende Nahrungsquelle. Zu seinem Speiseplan gehören aber auch Kleinvögel wie Lerchen ("Lerchenfalke"), Drosseln oder Finken und er ist sogar in der Lage, Schwalben und Mauersegler im Schräg- oder Steilstoß zu erbeuten. Im afrikanischen Winterquartier bilden fliegende Termiten seine Hauptnahrung.


Baumpieper - Anthus trivialis



Anthos (gr. Blüte), trivialis (lat. gewöhnlich)
Der Baumpieper erreicht ein Durchschnittsalter von 1,5 Jahren. Er ist recht häufig im mitteleuropäischen Raum, aber auch in Asien bis nach West- und Mittelsibirien. Er sitzt (wie der Name schon verrät) gerne auf Bäumen und lässt dort seinem Gesang freien Lauf.



Wiesenpieper und Baumpieper sind sich so ähnlich, dass man sie kaum zu unterscheiden vermag. Der Gesang des Baumpiepers ist nur bei gutem Wetter zu vernehmen. Dann lässt er ein leises Zwitschern bereits vor Sonnenaufgang hören.


Bennettkasuar - Casuarius bennetti



Ihr Name ist vom malaiischen Namen "kesuari" abgeleitet, Bennetti , englisch-australischer Naturforscher.
Die Kasuare sind scheue Vögel, die tief im Wald leben und sich meist schon entfernen, bevor ein Mensch ihre Anwesenheit bemerkt. Bedingt durch die heimliche Lebensweise sind Kasuare unzu-reichend erforscht.

Der Bennettkausar ist eine große flugunfähige Vogelart und lebt im Hochland von Neuguinea, in Höhen bis 3000m, und im Nordosten Neuguineas, wo andere Kasuararten fehlen, auch in Tieflandwäldern. Außerdem kommt er auf Yapen und auf Neubritannien vor, wo sie möglicherweise erst der Mensch eingeführt hat. Seine Art ist gefährdet. Es gibt den Einlappen-, den Helm- und den Bennettkasuar. Mit einer Körperlänge bis 110 cm ist letzterer die kleinste der drei Kasuararten (Warum er so heißt, ist unerfindlich). Sein Gefieder ist einfarbig schwarz, die Beine sind grau.

Eine Erklärung für den helmartigen, mit Horngewebe überzogenen Auswuchs auf dem Kopf ist, dass der Helm bzw. die innenliegende Gewebestruktur der Regulierung der Körpertemperatur dient. Die Beine sind äußerst kräftig, verfügen über je drei Zehen (Tridactylie) und ermöglichen Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h. Die Tiere besitzen an der Innenzehe ihrer Füße eine bis zehn Zentimeter lange dolchartige Kralle, die sie als gefährliche Waffe einsetzen und dei für den Menschen lebensgefährlich ist - jährlich sterben mehrere an einem Kasuartritt. Die Kasuare treten mit beiden Beinen gleichzeitig zu.

Helmkasuar

Ausgewachsene Helmkasuare und Einlappenkasuare können ca. 1,70 Meter hoch und über 60 Kilogramm schwer werden. Damit zählen sie zu den größten und schwersten lebenden Vögeln überhaupt.
Die Geschlechter sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer, haben leuchtendere Farben und größere Helme.
Bennettkasuare ernähren sich von zu Boden gefallenen Früchten, Pilzen, Wirbellosen und kleinen Wirbeltieren. Sie brüten sowohl in der regen- als auch in der Trockenzeit und bauen ihr Nest für gewöhnlich zwischen den Stelzwurzeln großer Bäume.



Interessante 4teilige Fernseh-Dokumentation.
Im Alltagsleben der Papua-Völker spielen Kasuare seit Jahrhunderten eine Rolle. Sie jagen die Vögel wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches, die Federn dienen als Schmuck, selbst bloßen Kiele der Schwungfedern verwendet man sei als Nasen- und Lippenstäbe, Krallen als Pfeilspitzen, und aus den Beinknochen fertigen die Papuas Werkzeuge und Waffen.
Keiner auf Neuguinea lebenden Ethnie ist die Domestikation dieser Vögel gelungen, immer noch fangen sie Jungvögel und ziehen sie auf, um sie zu verspeisen. Mindestens seit 500 Jahren blüht der Handel zwischen den Papua und seefahrenden Völkern Südostasiens mit den wertvollen Vögeln. Die Papua bringen vorwiegend junge Kasuare zu den Küsten und tauschen sie gegen Waren ein - gängiger Gegenwert für einen Kasuar acht Schweine.
Kasuare spielen aber auch eine spirituelle Rolle in den Papua-Gemeinschaften, sie tauchen in zahlreichen Mythen und Fabeln auf. Allgemeingültiges über diese Glaubensvorstellungen ist nicht zu sagen, da es zahlreiche Papua-Völker mit ganz unterschiedlichen Sitten und Gebräuchen gibt.

Zwei Beispiele: Das Kalam-Volk hält Kasuare für Reinkarnationen der weiblichen Ahnen, weshalb die Jagd auf Kasuare bei ihnen verboten ist. Bei den Ilahita Arapesh erscheint die Stammesgöttin in der Gestalt eines Kasuars und ist Bestandteil vieler Fruchtbarkeitsriten.


Bennettkrähe - Corvus bennetti



Corvus (lat. Rabe), Bennett(Naturforscher).
Sie kommt ausschließlich in Australien und einigen dortigen Inseln vor und ist deutlich kleiner als die in Australien am weitesten verbreitete Corvus-Art der Neuhollandkrähe und ein opportunistischer Allesfresser.

Elster und Bennetkrähe unterhalten sich



So wuchs die Krähe im Käfig auf.



George Bennett 1804-1893
Geboren in Plymouth und seit seiner Jugend vom Meer fasziniert, unternimmt er schon mit 15 seine erste Seereise nach Ceylon. Studiert Medizin. Bennetts Streifzüge 1828 und 1835 umspannen weite Bereiche des Pazifiks. Er bringt eine große Pflanzensammlung, einen lebenden Gibbon und ein 6-jähriges, einheimisches Mädchen von den Neuen Hebriden mit, das ein feindseliger Stamm opfert wollte; sie stirbt 1834.
1829 besucht Bennett zum ersten Mal Australien und ist von der Tier- und Pflanzenwelt fasziniert. Es folgen Exkursionen ins Landesinnere und er schreibt eine der frühesten wissenschaftlichen Abhandlungen über das Schnabeltier (Ornithorhyncus paradoxus). Er verfasst dann viele weitere Abhandlungen zur Tier- und Pflanzenwelt Australiens.
Zu den zahlreichen Tier- und Pflanzentaxa (Taxon=biologische Einheit), die ihn ehren, zählen u.a. die Bennettkrähe und der Bennettkasuar (Casuarius bennetti).


Bergfink - Fringilla montifringilla



Fringilla (lat. Fink), mons, montis (lat. Berg); Bergfink oder Nordfink, Singvogelart aus der Unterfamilie der Edelfinken.
Beim Männchen fällt der orangefarbene Fleck auf Brust und Schulter auf. Das Weibchen ist deutlich schlichter gefärbt.



Der Bergfink ist in Wäldern und Siedlungen zu finden. Sein Verbreitungsgebiet grenzt an das des Buchfinken an, von Norwegen bis nach Kamtschatka. Zum Nächtigen fallen die Vögel in der Abenddämmerung oft wochenlang lokal in Millionenschwärmen in bestimmte Fichtenforste ein.



Von alters her jagten die Menschen mit Blasrohren und Tonkugeln die Bergfinken, die dicht nebeneinander auf den Zweigen der Kiefern und Fichten saßen. Wenn man einen Vogel geschossen hatte, rückten die anderen Tiere wieder zusammen und man hatte erneut leichte Beute.


Berghüttensänger - Sialia currucoides



Sialis (gr. von Aristoteles für einen nicht bestimmten Vogel verwendet), currus (lat. Wagen), coides (galizisch) pass auf dich auf.
Ein mittelgroßer Singvogel, das Männchen ist himmelblau, das Weibchen grau. Der Berghüttensänger lebt im Sommer auf Almen und Bergregionen in über 1500 m Höhe im Westen Nordamerikas und zieht zum Überwintern ins Tiefland oder nach Mexiko.



Der Berghüttensänger (Mountain Bluebird) ist der Staatsvogel von Idaho und Nevada, d.h. bundesstaatliches Wahrzeichen der genannten Bundesstaaten. Flaggen und Symbole - in den USA gibt es neben dem Staatsvogel auch eine Staatsblume und einen Staatsspruch - spiegeln meist die unterschiedliche Geschichte und Kultur der jeweiligen Region wider.



Bienenelfe - Mellisuga helenae



Meli (gr. Honig), sugere (lat. saugen), Helena (gr. Tochter der Leda und des Jupiter):
Die kleinste Kolibriart, die heute nur noch in Schutzgebieten auf Kuba vorkommt.
Leichter als eine Straußenfeder, kleinster und leichtester Vogel weltweit, der das kleinste Ei der Welt legt, kleiner als ein TicTac, in Nester so groß wie ein Fingerhut.



Auch Kubaelfe, Hummelkolibri, Bienen- oder Elfenkolibri genannt, Ornithologen nennen die Zwergelfe (Mellisuga minima) auch als kleinste Art.
Beim Männchen schillert das Gefieder bläulich, beim Weibchen eher grünlich.

Die Bienenelfe ernährt sich ausschließlich von Nektar. Sie saugt ihn mit ihrer langen, an der Spitze gespaltenen und strohhalmförmigen Zunge auf, diese ist doppelt so lang wie der dünne Schnabel. Dabei schwebt sie mit über 90 Flügelschlägen pro Sekunde in der Luft vor der Pflanze. Mit dem Nektar nimmt sie auch Pollen auf, die sie dadurch von Blüte zu Blüte transportiert, hat also eine wichtige Rolle in der Bestäubung von Pflanzen. Die Anzahl der besuchten und bestäubten Blüten kann bei 1500 Blüten pro Tag liegen.

Die Art ist endemisch. Sie benötigt epiphyten- und lianenreiche Waldgebiete und kommt daher nur noch in einigen Regionen der Hauptinsel Kubas vor, wie in der Ciénaga de Zapata und auf der Guanahacabibes-Halbinsel. Auch auf Isla de la Juventud (früher Isla de Pinos) ist die Bienenelfe präsent.
1844 entdeckt der deutsche Naturforscher Johann Christoph Gundlach die Bienenelfe. Juan Juan Lembeye liefert 1850 die Erstbeschreibung unter dem Namen 'Orthorhynchus helenæ', wobei er das Manuskript Gundlachs verwendet.


Blässhuhn - Fulica atra



Wir treffen die mittelgroße Vogelart als einen der häufigsten Wasservögel meist auf nährstoffreichen Gewässern an. Das Blässhuhn ist über große Teile Eurasiens und Australasiens verbreitet. Fulica ist das lat.e Wort für Wasserhuhn, 'atra' (lat.: schwarz). Weitere Namen sind Blässralle, oder Blessralle, Wasserhuhn, Taxa, Duckente (historisch und wenn es um die Zubereitung als Speise geht).



Ca. 40 cm groß, schwimmt das Blässhuhn entenartig auf dem Wasser. Blesse ist das leuchtend weiße Hornschild über dem Schnabel. Die kräftigen Füße und langen Zehen sind mit Schwimmlappen versehen.
Die Geschlechter unterscheiden sich im Gefieder nicht. Der Bestandsrückgang beruht auf starken Wasserstands-schwankungen, Massensterben durch Botulismus, Wurmbefall, Pestizidbelastungen und Tod in Stellnetzen und Bisamrattenfallen. Das älteste Exemplar mit gut 20 Jahren existierte in Dänemark.


Blauer Pfau - Pavo cristatus



Der Pfau (lat.) ist ein wenig markantes Sternbild am Südhimmel, westlich des Südlichen Dreiecks. Ein umso markanterer Vogel ist sein Namensvetter.

Falls männlich, ist er an Hals, Brust und Bauch leuchtend blau. Je nach Lichteinfall kann das Gefieder grünlich und golden schimmern und seine Schleppe zu einem fächerförmigen Rad aufgestellt werden. Die dann erscheinenden irisierenden „Augen“ soll Fressfeinde abschrecken, die diese als Säugetieraugen interpretieren. Wenn das noch nicht genügt, um einen Angreifer in die Flucht zu schlagen, versetzt er die gefächerten Schwanzfedern in laut rasselnde Bewegung.



Beide Geschlechter tragen eine kleine Federkrone auf dem Scheitel. Die Hähne sind mit Schwanzschleppe etwa zwei Meter lang und wiegen 4 bis 6 Kg. Die Hennen sind kleiner, wesentlich unauffälliger gezeichnet, zwischen 2,7 und 4 Kg schwer und schleppenlos.



Name: Pavo (lat. Pfau), cristatus (lat. Kamm tragend)
Der Pavo ist neben Fasan und Haushuhn einer der bekanntesten Vertreter der Ordnung der Hühnervogel. Aufgrund ihres auffälligen Aussehens sind die Männchen die ältesten Ziervögel. Bereits in den Sagen der griechischen Antike sind sie erwähnt und die Menschen halten die Tiere heute weltweit als Haustiere.



Der Pfau ist Unternehmenslogo von SriLankan Airlines.
Seit jeher nimmt der Vogel als Symbol von Schönheit, Reichtum, Königlichkeit, Stolz, Liebe und Leidenschaft, aber auch Unsterblichkeit, Arroganz und Eitelkeit, eine besondere Stellung im Tierreich ein. Um ihn ranken sich Mythen und Legenden. In der griechischen Mythologie erschafft Hera das hundertäugige Federkleid des Pfaus aus dem vieläugigen Riesen Argos, der mit seinen Argusaugen Io bewacht und den schließlich Hermes tötet.
Goethe spricht im 'West-Östlichen Divan' der Pfauenfeder ein göttliches Wesen zu.
Mit 20 ist der Mensch ein Pfau, mit 30 ein Löwe, mit 40 ein Kamel, mit 50 eine Schlange, mit 60 ein Hund, mit 70 ein Affe, mit 80 - nichts.


Blaukehlchen - Luscinia svecica



Luscinia setzt sich aus cluere (lat. berühmt sein) und canere (lat. singen) zusammen.
Die auffallende Blaufärbung von Kehle und Vorderbrust des Männchens war namensgebend. Je nach Unterart (10) befindet sich auf diesem Grund ein zentraler weißer oder roter "Stern" und dann haben wir das Weißsternige oder Rotsternige Blaukehlchen. Bisweilen fehlt dem Weibchen die blaue Färbung völlig.



In Europa ist das Verbreitungsgebiet stark zergliedert und die Art vielerorts durch Mangel an geeignetem Lebensraum bedroht. Das Blaukehlchen ist nicht scheu, lebt aber sehr versteckt.


Rotsterniges Blaukehlchen

Das Blaukehlchen hatte eine Vielzahl anderer Namen: Spiegelvögelchen, Wegflecklein, Blaukatel, Blaukröpfel oder Blaukropf, blaukehliger Sänger, Schildnachtigall, Wassernachtigall oder Carlsvogel.
Weil das Blaukehlchen als Stubenvogel sehr beliebt war, fingen es unsere Vorfahren mit Schlagnetzen und Leimruten. Christian Ludwig Brehm in seinem 'Handbuch für den Liebhaber der Stuben- und Hausvögel' von 1832: Sänger zweiten Ranges, aber große Imitationsfähigkeit


Blaumeise - Parus caeruleus/Cyanistes caeruleus



Der Kleinvogel ist an seinem blau-gelben Gefieder leicht zu erkennen und in Mitteleuropa sehr häufig anzutreffen. Außer in Europa kommt die Blaumeise in einigen angrenzenden Gebieten Asiens vor, in Nordafrika und auf den Kanarischen Inseln. Sie bevorzugt tierische Nahrung, vor allem Insekten und Spinnen. Beim Nahrungserwerb fällt sie durch ihre Geschicklichkeit auf, sie kann sich an die äußersten Zweige klammern und auch kopfüber hängend nach Nahrung suchen.
Männliche und weibliche Tiere sind schwer zu unterscheiden.



Ein Männchen verfügt über drei bis acht verschiedene Strophentypen. Innerhalb der Blaumeisen besteht ausgeprägte Hierarchie, in der einzelne Männchen dominieren. Artgenossen erkennen die Rangpositionen augenblicklich an. Der wichtigste Feind ist der Sperber.



Kohlmeise und Blaumeise – wie ähnlich?
Beides gesellige Artgenossen, die sich nicht nur in Wäldern, sondern auch in Städten gut zurechtfinden. Dort zwitschern sie ihre Lieder und gehören schon lange zu den häufigsten und bekanntesten Vogelarten. Im Laufe der Zeit haben sie sich dem Menschen und seinen Futterstellen in heimischen Gärteneng eng angeschlossen.
Ihr einzig gemeinsames Markenzeichen ist aber das gelbe Bauchgefieder. Sonst sind sie sich nicht weiter ähnlich. Wie der Name sagt, ist die Blaumeise blau. Sie hat ein blau-gelbes Gefieder. Die Kohlmeise hingegen ist eher schwarz-gelb und um den Kopf herum ist sie schwarz-weiß gefleckt. Mit knapp 12 cm ist die Blaumeise kleiner, die Kohlmeise größer - bis zu 14 cm, die größte Meisenart in Europa.
Weil die Kohlmeise größer ist als die Blaumeise, kann sie auch lauter und härter singen. Trotzdem kann man ihre Gesänge verwechseln. Zwar haben beide Vogelarten typische Reviergesänge, und die Blaumeise trällert im Gegensatz zur Kohlmeise einen sehr gleichförmigen Gesang, aber eine ihrer Strophenteile ist dem Zwitschern der Kohlmeise zum Täuschen ähnlich.
Beide Meisenarten sind sehr erfinderisch. Manchmal bauen sie an sehr originellen Plätzen ihre Nester: Betonsockeln, Ampelanlagen, verstopfte Regenrinnen oder Briefkästen.
Kohlmeisen lieben Erdnüsse. Blaumeisen auch. Beide leben von Insekten. Im Herbst und Winter ernähren sich die Vögel auch gerne von Samen, Nüssen und Beeren. Deshalb nennt man Blau- und Kohlmeisen auch Standvögel - sie müssen im Winter nicht in den wärmeren Süden fliegen, um zu überleben.
Und: Die Kohlmeise gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!





Borstenrabe - Corvus rhipidurus



Corvus (lat. Rabe), rhipis (gr. Fächer), oura (gr. Schwanz).
Borsten- oder Fächerborstenrabe, gehört zu den kleineren Arten der Familie, hat etwa die gleiche Größe wie die Aaskrähe. Er hat ungefähr die gleiche Größe wie die Aaskrähe, aber einen dickeren Schnabel, kürzeren Schwanz und viel längere Flügel. Die Stimme ist ein kehliges Krächzen, vermischt mit Tönen, die sich wie Froschgequake anhören. Der Borstenrabe lebt im Nahen Osten, in Nordafrika, Arabien, im südlichen Sudan und in Kenia, bevorzugt Wüsten und offenes trockenes Land. Bei der Nahrungssuche legt er sehr weite Strecken zurück.



Die Nahrung besteht aus Insekten und Körnern, die er aus Tierdung pickt und menschlichen Nahrungsabfällen. Gelegentlich befreit er Kamele von Hautparasiten. Er segelt und spielt mit den Aufwinden öfter als andere afrikanische Rabenarten.


Braunkopf-Kuhstärling - Molothrus ater



Der Braunkopf-Kuhstärling lebt zwar in Nordamerika und nicht auf Sizilien. Doch wenn Mitvögel sich nicht seinen erpresserischen Methoden beugen, kann er mindestens so unangenehm werden wie ein süditalienischer Mafiapate. Selbst ungeschlüpftes Leben ist dann nicht mehr sicher vor ihm.
Der Kuhstärling macht es wie unser Kuckuck: Er schiebt seine Eier anderen Vögeln unter, lässt sie von ihnen ausbrüten und anschließend die Jungen von den Gastgebern durchfüttern. Zu den Opfern des Kuhstärlings zählt der Zitronenwaldsänger, der regelmäßig bemerkt, dass ein Kuhstärling Eier ins Nest geschmuggelt hat.

Dagegen tun kann er aber herzlich wenig, denn der Kuhstärling geht unverfroren vor. Wirft ein Zitronenwaldsänger ein Kuhstärling-Ei aus seinem Nest, riskiert er das Ende des eigenen Geleges. Nur die Mutigsten unter den Zitronenwaldsängern haben Glück: Wer von vornherein die Kuhstärlinge in die Flucht schlägt und eine Eiablage verhindert, den belästigt die Vogel-Mafia nicht mehr. Den weniger tapferen Zitronenwaldsängern bleibt nur ein Trost: Sie sind nur eine von etwa 100 Vogelarten, die der Kuhstärling drangsaliert.



Der Braunkopf-Kuhstärling (Moluthrus gr. molobrus=Bettler, Schmarozter; ater lat.=schwarz) ist in weiten Teilen Nordamerikas vom südlichen Alaska und dem gesamten südlichen Kanada über die USA bis ins südliche Mexiko verbreitet. Prärie, Heidelandschaften, Savannen und Viehweiden gehören zu seinen bevorzugten Lebensräumen. Die Nähe zum Menschen scheut er keineswegs gescheut. Seine Art ist eine der am weitesten verbreiteten Vogelarten Nordamerikas. Er ist Allesfresser und Generalist unter den Brutparasiten. Das Ausbrüten bei den Wirtsvögeln dauert zwischen 12 und 14 Tage. Das Weibchen des Braunkopf-Kuhstärlings wählt grundsätzlich Nester mit deutlich kleineren Eiern aus und stellt so sicher, dass ihr Nachwuchs am Ende über die Küken der Wirtstiere dominiert und sie aus dem Nest wirft. Der Braunkopf-Kuhstärling erreicht ein Alter von 10 bis 13 Jahren.
Er ist bis 20 cm groß, die Geschlechter weisen in der Gefiederfärbung einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Männchen sind im Kopfbereich namensgebend braun, Weibchen unscheinbar graubraun. Sie sind gesellige Vögel und meist in Trupps unterwegs - wie die menschlichen Mafiosis -, manchmal gemeinsam mit dem Rotschulterstärling und dem Star in Scharen, die in den Überwinterungsgebieten oft zehntausende Vögel umfassen.
Ihr deutsches Synonym beruht auf der Tatsache, dass sich Braunkopf-Kuhstärlinge oft in der Nähe von Rindern, Pferden und ähnlichen Tieren aufhalten.
Kämpfende Kuhstärlinge


Brillenpelikan - Pelecanus conspicillatus



Sein Lebensraum ist Australasien. Er ist groß, überwiegend weiß gefiedert mit kurzen Beinen, kurzem Schwanz und weiß gefiederten Flügeln. Da seine Beine relativ weit hinten am Körper ansetzen und weit auseinanderstehen, ist seine Fortbewegung an Land schwerfällig und watschelnd. Er schwimmt hoch im Wasser auf und benötigt wegen seines Gewichts einen relativ langen Anlauf, bis er sich vom Wasser in die Luft erhebt. Im Flug biegen Brillenpelikane den Kopf zurück, so dass er zwischen den Schultern liegt, der Schnabel ruht auf der Brust. Trupps von Brillenpelikanen, die längere Strecken zurücklegen, fliegen häufig in einer V-förmigen Formation oder Linie.
Der Brillenpelikan profitierte von der Besiedelung des australischen Kontinents durch Europäer. Sie haben die von ihm genutzten großen Gewässer anders als kleinere Feuchtgebiete nicht trockengelegt. Er profitiert gleichzeitig von der Anlage von Wasserspeichern und Staudämmen und ist häufig an Uferlinien in Küstenstädten zu beobachten, weil er sich überwiegend von Fischen ernährt.

Den Fischfang betreibt er gemeinschaftlich in einer größeren Gruppe. Mit Flügelschlägen treiben die Vögel die Fische ins flache Wasser. Dort nimmt der Pelikan sie mit dem Schnabel, der als Kescher fungiert, auf und verschluckt den Fisch mit dem Kopf voran. Der Brillenpelikan ist Nahrungsopportunist und frisst alles von Insekten, kleinen Krustentieren bis hin zu Enten. Selbst kleine Hunde hat man als seine Nahrung nachgewiesen.

Gelegentlich stoßen Brillenpelikane auch aus einer Flughöhe von ein bis zwei Meter ins Wasser. Sie tauchen dann nur mit Kopf und Schnabel ins Wasser. Vereinzelt zeigen Brillenpelikane Kleptoparasitismus gegenüber anderen Wasservögeln. So stehlen sie Nahrung von verschiedenen Kormoranarten, Silberreiher, Molukkenibis und der Raubseeschwalbe, auch Fische aus Fischernetzen klauen sie.


Buchfink - Fringilla coelebs



Der Singvogel kommt in ganz Europa mit Ausnahme Islands und des nördlichsten Skandinaviens vor. In Neuseeland und in der Südafrikanischen Republik haben die Menschen den Buchfink eingeführt. In Mitteleuropa ist er einer der am weitesten verbreiteten Brutvögel.

Beim Männchen sind Körperunterseite und Kopfseiten bräunlichrosa bis rotbraun. Oberkopf, Nacken und Halsseiten sind im Sommerhalbjahr auffällig graublau, im Winterhalbjahr mehr bräunlichgrau.
Die Weibchen sind auf der Körperoberseite olivgrau und auf der Körperunterseite etwas heller.



Auf dem Boden laufen Buchfinken unter rhythmischem Kopfnicken, ihr Flug ist wellenartig. Seine Nahrung besteht aus Beeren, Samen aller Art, Insekten und Spinnen.
Und: Der Buchfink gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!


Buntfuß-Sturmschwalbe - Oceanites oceanicus



Oceanitis (lat. Meernymphe), oceanicus (lat. ozeanisch)
Eine sehr kleine Art der Familie der Südlichen Sturmschwalben, gilt als eine der häufigsten Seevögel, deren Bestand in die Millionen geht, in Europa ein sehr seltener Irrgast, in den Küstengebiete Irlands und Großbritanniens seit den 1970er Jahren fast jährlich zu beobachten.



Bei der Nahrungssuche hopst und flattert sie paddelnd auf der Wasserfläche entlang. Man nimmt an, dass sie dadurch Beutetiere anlockt. Buntfuß-Sturmschwalben brüten auf dem antarktischen Festland, den Falklandinseln, Kerguelen, Heard und Bouvet in Felsspalten oder auf Moospolstern. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Krill, aber auch aus anderen Krebstieren und Tintenfischen. Sie kann ungefähr 10 Jahre alt werden.


Buntschnabelkrähe - Corvus woodfordi



Corvus (lat. Rabe), Charles Morris Woodford (Naturforscher).
Die Buntschnabelkrähe eine mittelgroße, kurzschwänzige Krähe mit einem hellen, massiven Schnabel, der eine dunkle Spitze aufweist und deren Ruf aus stakkatoartigen, schrillen Krächztönen besteht, ist auf den Salomonen-Inseln Choiseul, Guadalcanal und Santa Isabel verbreitet. Manchmal geht sie in der Nähe von Kokosnussplantagen auf Nahrungssuche. Sie ist ein Allesfresser, ihre Nahrung besteht aus Insekten (hauptsächlich Käfern) sowie aus Früchten.

Charles Morris Woodford (1852-1927), britischer Naturforscher und Minister auf den Salomonen, 1896 bis 1915 erster Resident Commissioner des Salomonen-Protektorats. Er bekämpft das Blackbirding, die brutale Sklavenbeschaffung und Ausbeutung der Eingeborenen durch die englischen Kolionalisten, was fast zur Ausrottung der Melanesier geführt hat.
Woodford verlässt die Inseln 1914, weitgehend befriedet. Nach seiner Abreise werden jedoch viele seiner Fortschritte rückgängig gemacht. Woodford zieht sich aus dem öffentlichen Leben zurück.
Neben Corvus woodfordi trät noch eine Anzahl von Tieren auf den Salomonen sein Artepitheton.


Buntspecht - Dendrocopos major/Picoides major



Dieser kleine Specht besiedelt große Teile des nördlichen Eurasiens sowie Nordafrika und bewohnt Wälder fast jeder Art sowie Parks und baumreiche Gärten. Seine Nahrung sucht er vor allem in den Baumkronen.
Nur das Männchen hat einen roten Genickfleck. Der Buntspecht hat spitze, gebogene Krallen an seinen Kletterfüßen, womit sie sich an der Borke festhält. Ungewöhnlich dick ist seine Haut, um ihn vor Insektenstichen zu schützen.
Eine federnde, gelenkartige Verbindung zwischen der breiten Schnabelbasis und dem Schädel federt die Erschütterung ab, die beim Zimmern der Spechthöhle entsteht. Die dabei aufrechte und stabile Haltung am Baum wird durch starke Muskeln unterstützt, die die stützenden Schwanzfedern kontrollieren. Um das Einatmen des entstehenden Holzmehls zu verhindern, überwachsen feine Federn seine Nasenlöcher.
Viele der fettreichen Samen, die ihn im Winter ernähren, muss er erst knacken. Er schiebt die Nuss in Baumspalten - seine "Schmiede" - und hackt auf seinem "Amboss" das Gefundene schrittweise auf. Vor allem im Frühjahr leckt er den Saft an Ringelbäumen und nimmt die auch vom Pflanzensaft angelockten Insekten mit auf.
Manchmal tritt der Buntspecht auch als Nesträuber auf und öffnet Bruthöhlen von Meisen oder Kleinspechten.
Dem Anlocken der Weibchen in der Balzzeit und der Revierabgrenzung dient das „Trommeln“, eine sehr schnelle, bis 2 Sekunden dauernde Folge von 10 bis 15 Schnabelschlägen. Als Resonanzkörper dienen hohle Baumstämme, tote Äste oder Regenrinnen. Auch die Weibchen lassen Trommelwirbel erschallen, wenn sie im Revier eines Männchens auf sich aufmerksam machen wollen.

1997 ist der Buntspecht Vogel des Jahres in Deutschland und 2016 in der Schweiz.
Buntspechte können Spechtschäden anrichten, wenn sie Höhlen in der Wärmedämmung von Gebäuden bauen.
Und: Der Bunstspecht gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!


Eichelhäher - Garrulus glandarius



Er ist über Europa, Teile Nordafrikas und des Nahen Ostens sowie in einem breiten Gürtel durch Asien und dort südwärts bis nach Indochina verbreitet. Sehr vielfältiges Nahrungsspektrum, im Sommerhalbjahr überwiegt tierische, im Winterhalbjahr pflanzliche Nahrung. Der Eichelhäher legt umfangreiche Vorräte aus Eicheln und anderen Nussfrüchten an.
Die Geschlechter unterscheiden sich nicht in der Gefiederfärbung. Sein Alarmruf ist ein lautes, raues und charakteristisches Rätschen.



Wie bei anderen Rabenvogelarten kommt es beim Eichelhäher im Frühjahr oft zu zeremoniellen Versammlungen, die bei dieser Art besonders häufig und lautstark ablaufen. Sie bestehen aus 3 bis 30 Vögeln und sind ab März zu beobachten. Die Versammlung beginnt mit lauten, gemeinschaftlichen Verfolgungsflügen, die geradlinig, im Zickzack oder im Kreis ablaufen können. Auffällig ist, dass die Vögel sich mit seltsam kurzen Flügelschlägen fortbewegen. Dann fällt der gesamte Trupp in einer Baumkrone oder an einem anderen exponierten Ort ein und gliedert sich dann in Paare oder kleine Gruppen, die sich hüpfend oder fliegend über kurze Strecken nachjagen. Dabei ist eine Reihe von Lautäußerungen zu vernehmen, die zu anderen Gelegenheiten nicht zu hören sind. Nach einiger Zeit verstummen alle Vögel und sitzen sich in Paaren oder Gruppen gegenüber. Durch das Anlegen und Sträuben bestimmter Gefiederpartien wirken die Vögel dabei seltsam dünnhalsig. Bald darauf löst sich die Versammlung auf und die einzelnen Vögel gehen wieder ihrem Tagesgeschäft nach. Die Bedeutung dieser Versammlungen ist nicht ganz klar, da sie aber häufig mit einer Kopula abgeschlossen werden, haben sie vermutlich eine sexuelle Bedeutung oder dienen der Partnerfindung. Sie könnten auch Synchronisation des Brutverhaltens oder Neuordnung der Reviergrenzen bewirken.
Und: Der Eichelhäher gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!


Eissturmvogel - Fulmarus glacialis



Ein Vogel, der in eisiger Kälte dem Sturm trotzt. Ein Sturmvogel, der nur zur Brutzeit an Land geht.
fulmarus (latinisiert aus Hebridendialekt oder aus altnorwegisch Ful und mar=Stinkmöve (sein Gefieder riecht stark!)
Eis in einem Vogelnamen bedeutet: lebt im hohen Norden.



Als einziger Möwensturmvogel nördlich des Äquators verbringt er die meiste Zeit über dem offenen Meer. Er ernährt sich von Krill, Fischen, Schnecken, Krebsen, Kopffüßern, Mollusken und Quallen. Zudem frisst er Aas und Fischabfälle. Für die Wikinger war er wichtige Nahrungsquelle - vermutlich fingen sie Jungvögel.


Auf St Kilda an der schottischen Küste

fand man Knochen zusammen mit Gegenständen aus dem 9. Jahrhundert.
1900 war die Population in Island so groß, dass die Einheimischen dort 60.000 Jungvögel pro Jahr fingen, um sie zu essen. Der Eissturmvogel war ein Hauptgrund für einige nordatlantische Inselgemeinschaften, sich dort anzusiedeln. Auf Kilda erjagten die Einwohner 10.000 Jungvögel pro Jahr von 1829 bis 1911, was einen Durchschnitt von 115 Vögeln pro Kopf bedeutet. Die gejagten Vögel dienten im Winter als Nahrungsvorrat für die Menschen. Seine Eier isst man noch heute in einigen Gegenden.



Obwohl der starke Eissturmvogelgeruch in ihre Wohnungen eindrang (und dort für mindestens 20 Jahre blieb, nachdem man das Gebäude aufgegeben hatte), lieferten die Vögel den Menschen wichtige Produkte: Eier, Fleisch, Magenöl (in Lampen verbrannt), Federn (für Betten), Knochen (Haken) und Kadaver (Köder). Seefahrer wissen, wenn sie die Vögel sichten, müssen sie sich noch etwas gedulden, ehe sie Land erreichen. Sehen sie hingegen Möwen, ist Land nah.
In Deutschland ist der Eissturmvogel streng geschützt.
Seine Flügelspannweite beträgt geht bis 1,17 m. Er kann kurzzeitig bis zu 4 m tief tauchen. Vom Wasser erhebt er sich nach kurzem Anlauf. Die Lebenserwartung des Eissturmvogels beträgt 20 Jahre und mehr. Das Höchstalter liegt bei etwa 90 Jahren.


Elster - Pica pica



Die Elster besiedelt weite Teile Europas und Asiens sowie das nördliche Nordafrika. In Europa ist sie vor allem in Siedlungsräumen häufig. Aufgrund ihres charakteristischen schwarz-weißen Gefieders mit den auffallend langen Schwanzfedern ist sie auch für den vogelkundlichen Laien unverwechselbar. Männliche und weibliche Elstern unterscheiden sich äußerlich nicht voneinander, Männchen sind etwas schwerer.
Je nach Lichtverhältnis schimmern die Außenfahnen der Schwungfedern aus der Nähe metallisch grün, blau oder purpurfarben.
Auf dem Boden bewegt sich die Elster meist hüpfend, sie kann aber auch gehen und hat einen wellenförmigen Flatterflug.
Am häufigsten lässt die Elster ihr Schackern oder Schäckern hören. Zur Festigung der Partnerschaft hören wir bei Paaren leisen Plaudergesang, der zeitlich und individuell sehr stark variiert. Einzelne Vögel imitieren andere Tiere. Meist besteht der Gesang jedoch aus einem gurgelnden, bauchrednerischen Schwätzen mit Pfeiflauten.
Die Elster lebt im Flachland wie im Gebirge bis 2500 m.

Pieter Bruegel der Ältere: Die Elster auf dem Galgen 1568

Elstern legen immer Nahrungsdepots an, die sie meist innerhalb von zehn Tagen leeren. Um plündernden Krähen zuvorzukommen, deponieren sie die Vorräte abwechselnd an verschiedenen Orten.
Das Gehirn der Elster zählt zu den höchstentwickelten unter den Singvögeln. Vor dem Spiegel zeigen Elstern ein neugieriges Verhalten: Sie gehen vor dem Spiegel auf und ab, werfen vorsichtige Blicke hinter den Spiegel.
Ihr Beiname "diebisch“ stammt von der Vorstellung, Elstern trügen gerne glänzende Gegenstände in ihre Nester. 1817 bringt Rossini die Oper "La gazza ladra" (Die diebische Elster) zur Aufführung. Den Ruf, zu stehlen, verdanken die Elstern wohl dem Umstand, dass man sie manchmal beim Verstecken von Nahrungsvorräten beobachten kann, oder der Tatsache, dass sie Nesträuber sind.
Jäger töten in Europa jährlich knapp eine Mill. Elstern.



In der germanischen Mythologie ist die Elster sowohl Götterbotin als auch der Vogel der Todesgöttin Hel. Man assoziiert sie mit Unheil, Leid und Not. Im europäischen Mittelalter und zur Zeit der Hexenverfolgung gilt sie – wie Krähen, Raben und schwarze Katzen auch – als Hexentier oder gar als Hexe selbst. Sie ist zeitweise auch als Seelenräuberin in Verbindung mit dem Satan bekannt. Zudem assoziiert man sie als Galgenvogel mit dem Tod in persona.
In der Einleitung von Wolfram von Eschenbachs 'Parzival' erscheint das Elsterngleichnis, in dem die Farbe der Elster ("agelstern varwe") als Sinnbild für den Widerstreit zwischen dem Guten und dem Bösen im Menschen, aber auch für die Vieldeutigkeit des vorliegenden Romans steht.

Wo Zweifel nah dem Herzen wohnt,
Das wird der Seele schlimm gelohnt.
Geziert ist und zugleich entstellt,
Wo Verzagtheit sich gesellt
Zu des kühnen Mannes Preis
Wie bei der Elster Schwarz zu Weiß.
Der mag gleichwohl fröhlich sein,
Denn noch harren beide sein
Himmel oder Höllenschlund.
Wer Untreu hegt in Herzensgrund
Wird schwarzer Farbe ganz und gar
Und trägt sich nach der finstern Schar;
Doch fest hält an der blanken
Der mit stätigen Gedanken.

In der Rübezahl-Sage verwandelt die Königstochter Emma eine Rübe in eine Elster, die als Botin ihren Geliebten Ratibor benachrichtigt. Sebastian Brant bezieht sich im 'Narrenschiff' auf die Geschichte von den in Elstern verwandelten Piereiden aus Ovids 'Metamorphosen' als er "Von bösen Weibern" erzählt. Die Elster steht hier für schlechte Rede, vergiftete Zunge.

Francisco de Goya: Porträt des Don Manuel 1784

Auf Grundlage von Äsops 'Fabel über den Fuchs und die Elster', hat Christian Fürchtegott Gellert ein Gedicht verfasst, in dem sie als Sinnbild für den Menschen steht, der sich am liebsten selbst reden hört und meint, alles besser zu wissen und zu können, aber eigentlich keine Ahnung hat. In der Fabel 'Die Elster.Der Uhu' lässt Johann Wilhelm Ludwig Gleim sie sich beim Uhu über die Faulheit von Lerche und Nachtigall beschweren, obwohl sie selbst besser den Mund hielte.

Christian Morgenstern schreibt:

Die Elster

Ein Bach, mit Namen Elster, rinnt
durch Nacht und Nebel und besinnt
inmitten dieser stillen Handlung
sich seiner einstigen Verwandlung,
die ihm vor mehr als tausend Jahren
von einem Magier widerfahren.

Und wie so Nacht und Nebel weben,
erwacht in ihm das alte Leben,
Er fährt in eine in der Nähe
zufällig eingeschlafne Krähe
und fliegt, dieweil sein Bett verdorrt,
wie dermaleinst als Vogel fort.

In der Popmusik erscheint die Elster in Patrick Wolfs Song 'Magpie'(2007), und in der Handlung des Konzeptalbums 'Misplaced Childhood' (1985) der britischen Band Marillion tritt sie als Symbolfigur auf.
In der griechischen Mythologie ist die Elster ein Vogel des Gottes Dionysos. Auch Ovid berichtet in seinen 'Metamorphosen' von Elstern: Sie sind die neun Töchter des Pierus, die sich auf einen musikalischen Wettstreit gegen die Musen höchstpersönlich einlassen. Nach ihrer Niederlage vewandeln sie die Götter in Elstern. Äsop erzählt in einer Fabel davon, wie die Elster der Taube, die schon alles zu wissen glaubt, zeigt, wie man ein Nest baut.
Auf den Britischen Inseln existiert noch immer Animalismus und Tierverehrung bezüglich der Elster. Sie gilt auch als orakelhaft. So stellt in Irland eine ans Fenster klopfende Elster eine Todeswarnung dar. Das Töten des Vogels bringt im Nordosten Schottlands Unglück. In Teilen von Nordengland gilt es als schlechtes Omen, wenn eine Elster den Pfad vor einem von links nach rechts überquert, jedoch als gutes Omen, wenn sie ihn von rechts nach links kreuzt.
Bei den nordamerikanischen Indianern ist die Elster ein Geistwesen, das mit den Menschen befreundet ist.

Wer kennt die Orte, wo die Elster regiert?

Und:Die Elster gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!




Erzrabe - Corvus crassirostris



Corvus (lat. Rabe), crassus (lat. dick), rostrum (lat. Schnabel).
Unverwechselbar der Hornaufsatz auf dem Schnabel, der diesen besonders dick erscheinen lässt und der weiße Punkt auf dem Schnabel an der Spitze: Das ist Erzrabe, zusammmen mit dem Kolkraben der größte Singvogel.



Corvus crassirostris ist in ostafrikanischen Gebirgsregionen, Äthiopien, Eritrea, vereinzelt Sudan und Somalia heimisch. Er nistet in Bäumen und auf Klippen und baut seine Nester mit Stöcken.








Feldsperling - Passer montanus



Feldsperling oder auch Feldspatz ist eine in Eurasien weit verbreitete Vogelart, die etwas kleiner als der Haussperling und deutlich scheuer ist. In Mitteleuropa fehlt er normalerweise im Innenbereich von Dörfern und Städten, dagegen in einigen Regionen des Mittelmeerraums und Asiens ist er ein ausgesprochener Stadtvogel. Der Feldsperling brütet in Gehölzen, Obstgärten, Alleen und Gärten in der Nähe von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Siedlungen. Das Nest befindet sich in Baumhöhlen, Mauernischen, Felsspalten, Nistkästen oder zwischen Kletterpflanzen an Mauern und unter Dächern.
Es besteht kein Sexualdimorphismus.


Feldsperling                     Spatz

Die braune Kopfplatte und der schwarze Wangenfleck sind deutliche Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem Spatzen oder Haussperling.
Zu seinen wichtigsten Fressfeinden zählen Sperber, Waldkauz, Hauskatze, Wiesel, Marder, Eichhörnchen und selbst Mäuse fressen Nestlinge oder Eier.

Der frühere Ruf des Sperlings als Schädling ist vor allem auf seine Vorliebe für Körner zurückzuführen. Auch war der Feldspatz bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts weit zahlreicher als heute. Dies führt beispielsweise Mitte des 20. Jahrhunderts dazu, dass auf Anordnung Mao Zedongs Menschen in der „Großen Spatzenkampagne“ allein in Peking innerhalb von drei Tagen fast eine halbe Million Feldspatzen fangen und töten. (Die anschließende Insektenflut müssen die Chinesen dann bekämpfen, indem sie viele Spatzen aus Russland importieren!)


Felsentaube - Columba livia



Aristophanes gab diesem Vogel den Namen 'Columbis' = Taucher. Die latinisierte Form der griechischen Gattung Columba bedeutet "Taube". Wahrscheinlich bezieht sich der Name auf das Flugverhalten der Taube, die aus der Luft herab schießt und nach unten taucht, so als schwimme sie. Der Name 'livia' leitet sich vom lat.en 'livor' = bläulich ab und spielt auf die blaugraue Färbung des Vogels an. Männliche und weibliche Felsentauben unterscheiden sich äußerlich nicht.
Die Felsentaube hat von der griechischen Antike bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine bemerkenswerte Geschichte als Botenvogel hinter sich. Im ersten Weltkrieg stellen Tauben ein wichtiges Kommunikationsmittel da, da das Telefonnetz kaum ausgebaut ist. Die Taube "Cher Ami" überbringt eine Botschaft, die die alliierten Truppen rettet, die Armee zeichnet sie mit dem Croix de Guerre aus. Seit langem gehören Tauben zur Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele. Die Menschen haben sie domestiziert; heute gibt es rund 200 Rassen, darunter Brieftauben, Hochtauben, Flugtippler, Roller und Purzler und viele mehr.



Während fast alle anderen Vögel ihren Kopf in den Nacken legen müssen, um zu trinken, damit die Schwerkraft das Wasser durch ihre Kehle rinnen lässt, können Tauben Wasser hochsaugen. Ihre Jungen füttern sie nach dem Schlüpfen mit Kropfmilch, einer Flüssigkeit aus Zellen, die sich von der Innenwand des Kropfes ablöst. Wie bei vielen Vögeln fehlt bei Tauben die Gallenblase, die Galle fließt direkt in den Zwölffingerdarm. Daher nahmen frühere Naturforscher an, die Vögel hätten ein sanftes Gemüt.
Im Gegensatz zu Säugern haben Vögel keine Schweißdrüsen, daher müssen sie auf ihr Atmungs- und Kreislaufsystem zurückgreifen, um überschüssige Körperwärme abzugeben. Sie hecheln oder lassen ihre Kehle vibrieren (Kehlflattern) und ein Teil der Wärme wird über die Haut abgeleitet. Tauben verfügen auch über ein einzigartiges Geflecht von Venen und Arterien rund um ihre Speiseröhre (Ösophagus), über das sie überschüssige Wärme mittels Verdunstungskühlung abgeben können.

Die Felsentaube ist die alleinige Stammform der Haustaube und damit auch der Stadttaube. Diese domestizierte und verwilderte Form zählt zu den erfolgreichsten Vögeln der Erde und ist mittlerweile weltweit verbreitet. Die Wildform ist dagegen auf Eurasien und Afrika beschränkt. Die Geschlechter ähneln sich sehr.
Der natürliche Lebensraum der Felsentauben sind Felsklippen an der Meeresküste, im Landesinneren auch in Berggebieten. Ihr Lebensraum muss Felshöhlen und Felsspalten als Nistgelegenheit bieten. In Afrika bewohnt sie sogar unterirdische Brunnen. Zur Nahrungssuche sucht sie Kulturland, offenes Gelände und Brachland auf.


Fenghuang



Mythologischer Vogel und Glückssymbol in der chinesischen Kultur, das den südlichen Teil des Kaiser-Palastes beschützt. Feng bezeichnet dabei die männlichen und huang die weiblichen Exemplare.
Fenghuangs langes, farbenprächtiges Gefieder weist die „fünf heiligen Farben“ auf. So ist der Kopf grün (für Güte), der Hals weiß (für Gerechtigkeit), der Rücken rot (für Anstand), die Brust schwarz (für Weisheit) und die Füße sind gelb (für Treue und Glaubwürdigkeit). Der edle Vogel bevorzugte die Äste des Wutong-Baumes und soll nur von den besten Bergquellen getrunken haben. Das Alter soll in etwa 1000 Jahre betragen haben. Der Fenghuang war wie das chinesische Einhorn ein Symbol der Barmherzigkeit. Seine Fortpflanzung ähnelte der normaler Vögel.
Des Weiteren symbolisierte das Tier, zusammen mit dem chinesischen Drachen, das kaiserliche Paar. Der Drache stand für den Kaiser, während die Kaiserin entsprechend vom Fenghuang symbolisiert wurde. Auch war dieser eines der vier mythischen Wundertiere, die dem chinesischen Welt-Schöpfer Pangu halfen.


Flötenvogel - Gymnorhina tibicen



Gerhard von Keußler, ein deutscher Komponist lebt 1932 bis 1935 in Australien und komponiert die Sinfonischen Fantasie Australia (Uraufführung: Berlin 1939). Er legt ihr als Leitmotiv den Ruf des Flötenvogels zugrunde.
2015 erlangt ein Flötenvogel namens "Penguin" internationale Berühmtheit: Familie Bloom aus Newport Beach/Australien nimmt ihn als krankes Vogelküken in die Familie auf. Er gibt Sam Bloom, die nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist, wieder neuen Lebensmut. 2017 erscheint das Buch Penguin Bloom.

Gymnos (gr. nackt, bloß), Rhis, rhinos (gr. Nase), tibicen (lat. Flötenspieler)
Der Flötenvogel ist eine in Australien häufige Singvogelart, den die Australier wegen seines schwarz-weißen Gefieders in Anlehnung an die Elster Magpie nennen. Sein deutscher Name kommt von seinem an eine Flötenmelodie erinnernden Ruf. Der Vogel kann sehr zahm werden und besitzt die Fähigkeit, Stimmen zu imitieren.Er ist in ganz Australien und Tasmanien verbreitet, in Neuseeland haben ihn um 1860 die Menschen eingeführt, was der heimische Vogelwelt erhebliche Probleme brachte.



Seine Ernährung ist äußerst vielseitig, sowohl von pflanzlichen als auch von tierischen Quellen. Flötenvögel leben gesellig, gerne auch in der Nähe menschlicher Siedlungen. Für den Nestbau benutzt er neben Zweigen auch Haushaltsmaterialien (genau wie die sprichwörtlich "diebische" Elster.)

Medien berichten von Attacken auf Menschen. Während der Brutsaison von August bis Oktober greift der Flötenvogel in der Nähe seines Nestes vermeintliche Eindringlinge rücksichtslos an (swooping), was sogar zu tödlichem Ausgang führen kann. In bestimmten Gegenden müssen Kinder und Radfahrer während dieser Zeit Schutzhelme tragen, da der Flötenvogel bevorzugt von hinten und ohne Vorwarnung die Kopfregion attackiert. Findige Menschen malen daher Augen hinten auf die Helme oder tragen Sonnenbrillen auf dem Hinterkopf.
Der Flötenvogel erscheint auf Wappen und Flagge des australischen Bundesstaates Südaustralien.


Gartentrupial - Icterus spurius



Iktinos (g. Gelbsucht) - die Legende besagt, dass der Ablick dieses Vogels Gelbsucht heilen kann!
Der Gartentrupial, eine Singvogelart aus der Familie der Stärlinge, ist in ganz Amerika verbreitet. Männchen sind an Kopf, Hals, oberem Brustbereich, am Nacken und Rücken sowie an den Steuerfedern schwarz gefärbt.

Die Zeichnung der Weibchen fällt insgesamt wesentlich kontrastärmer und farblich blasser aus. Bei ihnen zeigt sich ein überwiegend gelbliches Gefieder. Die Iris ist bei beiden Geschlechtern schwarzbraun.



Der Gesang des Gartentrupials ist eine laute, melodische Aneinanderreihung von Pfeiftönen. Zuweilen ist auch ein krächzendes „Schäckern“ zu hören.
Die Brutgebiete der Gartentrupiale umfassen den mittleren Süden Kanadas, die mittleren und östlichen US-Bundesstaaten und reichen im Süden bis in den Norden Mexikos. Die Überwinterungsgebiete liegen weiter südlich und reichen bis Kolumbien und Venezuela. Die Art lebt bevorzugt in offenen Waldlandschaften, in Gärten und Parkanlagen sowie an den Rändern von Flüssen und Seen. Die Vögel leben paarweise zusammen, brüten jedoch meist in kleinen Kolonien. Sie ernähren sich in erster Linie von verschiedenen Insekten sowie gelegentlich von Beeren, Samen und Blütennektar. Ab Februar kehren die Gartentrupiale aus ihren Winterquartieren zurück und beginnen bald mit der Paarung. Im Herbst ziehen sich die Vögel in großen Gruppen in ihre Winterquartiere zurück.
Folgende Unterarten existieren:
- Icterus spurius phillipsi
- Icterus spurius spurius
Letzere Unterart hat der große Linné 1758 in seinem Werk 'Systema Naturæ' verzeichnet.

Carl von Linné (latinisiert Linnæus) 1707 - 1778.
Wegen eines Straßenschilds in Freiburg/Br. hat sich kürzlich eine Diskussion um ihn entzündet: Schwedischer Naturforscher und Begründer der biologischen Systematik, Vordenker einer biologistisch begründeten Geschlechterhierarchie und Rassenlehre. Axel Meyer: "Linné wird durch das Freiburger Schild diffamiert." Die Freiburger Verantwortlichen kämen ihm vor, als wollten sie durch gegenderten Neusprech über einen wissenschaftlichen Genius das evolutionäre Erbe des Menschen umprogrammieren. In solchen Versuchen zeige sich die ganze Hybris der Gender-Studies, die den Menschen nicht beschreiben oder besser verstehen, sondern ideologisch umerziehen wollten.
Unser schwedischer Naturforscher hat sich schon als Student mit der neuen Idee von der Sexualität der Pflanzen auseinandergesetzt und damit den Grundstein für sein späteres Wirken gelegt. Seine beiden Werke 'Species Plantarum' (1753) und 'Systema Naturæ' (in der zehnten Auflage von 1758) begründen die bis heute verwendete wissenschaftliche Nomenklatur in der Botanik und der Zoologie.
Sein Vater hatte sich sehr für Pflanzen interessiert und in seinem Garten einige ungewöhnliche Pflanzen aus Deutschland kultiviert. Diese Faszination übertrug sich auf seinen Sohn, der jede Gelegenheit nutzte, um Streifzüge in die Umgebung zu unternehmen und sich die Namen der Pflanzen von seinem Vater nennen zu lassen.

Er sollte wie Vater und Großvater Pfarrer werden. Den für das Pfarramt notwendigen Fächern Griechisch, Hebräisch, Theologie, Metaphysik und Rhetorik bringt Linné aber wenig Interesse entgegen, glänzt aber in Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch in Latein. Linné studiert in Lund, unternimmt regelmäßig Exkursionen in die Umgebung, wo ihn 1728 eine „Höllenfurie“ beißt, die Wunde entzündet sich und Linné entgeht nur knapp dem Tod. Er geht nach Upsale, um Medizin zu studieren. Olof Celsius der Ältere nimmt ihn in sein Haus auf. Die ersten Entwürfe zu seinen Werken entstehen.
Dann unternimmt er eine 5-monatige lappländischen Reise, das Tagebuch darüber enthält zahlreiche Zeichnungen. 1735 bricht er nach Deutschland auf. Travemünde, Lübeck, Hamburg. Als Linné unvorsichtigerweise eine siebenköpfige Hydra, die zu einem hohen Preis zum Verkauf stand und dem Bruder des Hamburger Bürgermeisters Johann Anderson gehörte, als Fälschung entlarvt, verlässt er die Stadt, um möglichem Ärger aus dem Weg zu gehen. Er erreicht Amsterdam und segelt weiter nach Harderwijk, wo er promoviert.
1736 reist er nach London und Oxford. Über Frankreich und Deutschland will er nach Schweden zurückkehren. Ein schweres Fieber verzögert alles. Er reist nach Paris. Er reist weiter nach Falun, wird Arzt in Stockholm, gründet die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften und wird ihr erster Präsident. Er heiratet, reist durch Öland und Gotland, wird Professor in Uppsala.
Die Banknote zu 100 Kronen der Schwedischen Krone führt 2001 bis 2017 das Bildnis Carl von Linnés.


Geierrabe - Corvus albicollis



Corvus (lat. Rabe), albus (lat. weiß); collum (lat.) Hals.
Der überwiegend schwarze Vogel mit weißem Nacken ist ein großer Vertreter der Raben und Krähen, er bewohnt Bergland und Steilküsten im östlichen und südlichen Afrika. Das Verbreitungsgebiet zieht sich von der Region des Victoriasees und der umgebenden Gebirge nach Süden entlang der Bergketten im südostafrikanischen Hinterland bis in die Kapregion.

Rabe lernt Sprechen

Geierraben entfernen Zecken aus einem Wallyby

Der Geierrabe kreist meist mit langsamen, flachen Flügelschlägen. Vor allem Paare zeigen taumelnde Sturzflüge oder Rollen oder werfen sich im Flug Stöcke zu. Dabei erzeugen ihre Flügel weit hörbare, sirrende und rauschende Töne. Für eine Rabenart seiner Größe verfügt der Geierrabe über eine sehr hohe und heisere Stimme.

Nahrung sucht der Vogel hauptsächlich am Boden. Harte Nahrungsstücke hält er mit einem Fuß und beißt oder hämmert sie mit dem Schnabel auf. Klebrige Nahrung tunkt er wie die meisten Rabenvögel zunächst in Wasser, bevor er sie verzehrt. Schildkröten, die sich nicht in gewohnter Weise fressen lassen, lässt er aus großer Höhe auf Felsen fallen, bis der harte Panzer dort zerschellt. Um diese sogenannten Schmieden finden sich häufig mehrere Dutzend ausgefressener Schildkrötenpanzer.
Häufig sucht er Schnellstraßen nach Opfern von Wildunfällen ab und frisst meist als erster an frischen Kadavern. Wo man die Art nicht verfolgt , etwa in Camps am Kilimandscharo, sind Geierraben häufige Gäste und verzehren Soße aus leeren Raviolidosen oder ganze Seifenstücke.
Geierraben können älter als 14 Jahre werden. In Südafrika verfolgen die Menschen die Vogelart aktiv, schießen sie ab, vergiften sie, stellen Fallen und zerstören Nester und Gelege.


Gelbfuß-Regenpfeifer - Charadrius melodus



Der kleine sandfarbene, spatzengroßer Watvogel, der an Küstensand- und Kiesstränden in Nordamerika nistet und frisst, nimmt Nahrung im Rhythmus auf: schnelles Laufen, Trommeln, abruptes Abstoppen, Picken: Foot Tapping For Food.
Wenn er still steht und sein Gefieder sich farblich kaum von seinem Lebensraum abhebt, ist der schwer zu erkennen. Sein Name leitet sich vom klagenden glockenartigen Pfeifen ab.

Der Gelbfuß-Regenpfeifer lebt an Sand- und Kiesstränden des Atlantiks und an den Ufern der Großen Seen im mittleren Westen von Kanada und den Vereinigten Staaten.
Durch Verlust seiner Lebensräume und menschliche Aktivitäten in deren Nähe ist er bedroht. Um seine Nester während der Brutzeit vor Raubtieren zu schützen, verwenden Naturschützer z. B. runde Truthahndrahtkäfige mit abgeschirmten Oberseiten. Diese ermöglichen es den erwachsenen Tieren, ein- und auszuziehen, verhindern jedoch, dass Raubtiere zu den Eiern gelangen. Nach dem Schlüpfen der Küken errichtet man in vielen Gebieten Schneezäune, um das Befahren und Haustiere für die Sicherheit der Küken einzuschränken.
Zu den Bedrohungen für Nester zählen unter anderem Krähen, Katzen, Waschbären und Füchse. Zu den natürlichen Gefahren zählen Stürme und ungewöhnliche Fluten.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert fanden die Federn der Regenpfeifer wie die vieler anderer Vögel Verwendung zur Dekoration der Frauenhüte. Sie waren Symbol der High Society.

Die Population hat seit Beginn der Schutzprogramme erheblich zugenommen, aber die Art ist dennoch weiterhin ernsthaft gefährdet. Eine Umweltorganisation reicht 2010 und 2015 erfolglos Klage gegen die Stadt Plymouth ein, um den Zugang von Geländefahrzeugen zum Brutlebensraum zu beschränken.
2019 schlüpfen in Chicago am Montrose Beach erstmals 3 Küken seit 60 Jahren.
links: "Regenpfeifertag" 2019 in New York


Gelbnackenspecht - Chrysophlegma (Picus) flavinucha



Chrysophlegma (Picus) flavinucha ist in Asien weit verbreitet. In der römischen Mythologie war Picus ein gut aussehender König, und nachdem die Zauberin Kirke vergeblich versucht hatte, ihn zu verführen, verwandelte sie ihn in einen Specht, weil er ihre Liebe verschmähte.
Flavus (lat.: gelb), Nucha (anatomischer Begriff: Nacken).
Die Art zeigt hinsichtlich der Färbung einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus. Bei Männchen ist die gesamte Oberfläche leuchtend gelblich grün, die Oberflügeldecken sind etwas dunkler als die übrige Oberseite. Die Schwanzoberseite ist schwärzlich. Die obere Brust ist olivschwarz. Beim Weibchen sind Bartstreif, Kinn und obere Kehle nicht gelb, sondern rötlich braun.



Die mittelgroße Spechtart besiedelt Teile Süd- und Südostasiens und bewohnt ein breites Spektrum von Waldtypen von Teakwald, offenem immergrünen Regenwald, laubabwerfendem Wald und Sekundärwald bis hin zu Misch- und Kiefernwald. Die in allen Schichten des Waldes, aber vor allem an Stämmen und Ästen gesuchte Nahrung besteht in erster Linie aus Ameisen, Termiten und großen Insektenlarven wie jenen von Bockkäfern. Gelegentlich erbeutet er auch andere Wirbellose und kleine Wirbeltiere wie Frösche oder nestjunge Vögel. Gelbnackenspechte fressen auch Beeren und Samen. Spechte haben zygodaktyle Füße (zwei Zehen nach vorn, zwei nach hinten, sie bilden also eine Art X) und steife Schwanzfedern. Diese beiden Anpassungen erlauben den Spechten, sich zurückzulehnen und am Baum abzustützen, während sie gegen den Stamm hämmern. Spezielle Anpassungen von Kopf und Hals verhindern, dass der Vogel sich verletzt, während er unter der Rinde nach Nahrung sucht, eine Bruthöhle meißelt oder auch gegen Metallpfosten hämmert, um seinen Revieranspruch kundzutun.

Der Bestand der Art ist stabil ungefährdet.
Über die ganze Welt sind mehr als 200 Spechtarten verbreitet, sie fehlen nur in Australien, Neuguinea und auf Madagaskar. Alle gehören zur Familie Picidae, die Echte Spechte, Zwergspechte und Wendehälse umfasst.


Gelbschnabeltaucher - Gavia adamsii



Gavia (lat. Möve), adamsii (zu Ehren des Schiffsartzes Edward Adams, s. u.).



Die Art brütet in der küstennahen Tundra Russlands und Nordamerikas und überwintert an nördlichen Küsten, ausnahmswiese ist sie in Mitteleuropa anzutreffen, vor allem im Winter an den Küsten von Nord- und Ostsee.
Mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,5 m ist sie die größte Gavia. Das Prachtkleid des Gelbschnabeltauchers ist unverwechselbar. Namensgebend ist sein großer, hellgelber bis elfenbeinfarbener und leicht aufgeworfener Schnabel. Die Flugrufe ähneln denen von Gänsen. Die Nahrung ertaucht er, sie besteht überwiegend aus Fischen. Die russischen Vögel überwintern an der nördlichen asiatischen Pazifikküste und vor der Küste Norwegens und auch regelmäßig in der nördlichen Ostsee.
In weiten Teilen des Brut- wie Überwinterungsgebietes fördern wir Öl - und Ölunfälle haben negative Bestandseinflüsse. Das gilt vor allem für die Population in Alaska, wo 90 % des Bestands in einer Region brütet, die für den Abbau von Öl- und Gasvorräten vorgesehen ist. Teilweise jagt ihn auch die indigenen Bevölkerung.

Edward Adams (1824 - 1856) Englischer Marinearzt und Naturwissenschaftler.
Er war als Chirurg am Royal Navy Hospital in Devonport tätig und nahm als Schiffsarzt an Bord der "HMS Investigator" an einer Expedition in die Arktis teil, die Sir John Franklin finden sollte. Nach 18 Monaten Heimkehr ohne Erfolg.
1850 ist er erneut an Bord eines Schiffes, um nach Franklin zu suchen. Sie erreichen die Beringstraße und setzen Adams nördlich des Yukon Delta an Land, um Berichte über angebliche Überlebende der Franklin-Crew zu überprüfen. 1855 Rückkher nach England - wieder ohne Erfolg. Adams starb an Typhus. Auf der Reie in die Beringstraße fertigte er viele Zeichnungen von bemerkenswerten Vögeln an.


Gimpel oder Dompfaff - Pyrrhula pyrrhula



Seinen Namen Dompfaff hat er vom schwarzen Haupt und roten Rumpf, was an einen Domherrn erinnert. Die Bezeichnung Blutfink bezieht sich auf die rote Farbe. Das bayerisch-österreichische Wort Gümpel (von gumpen = hüpfen) beruht auf den hüpfenden Bewegungen des Vogels. Die Mittelfranken nennen das Weibchen "Qeudsch".




Sein Nest versteckt er in in Nadelhölzern, seine Nahrung sind fast nur Sämereien. Dazu quetscht er Beeren auf und sucht die Samen heraus, das Fruchtfleisch lässt er fallen, die Kerne enthülst oder schält er und dann verzehrt er den Samen.
Früher stellte der Gimpel ein Symbol für Tölpelhaftigkeit, Ungeschicklichkeit und Dummheit dar. Andererseits ist er häufig als schmückendes Hintergrundmotiv auf Darstellungen des Gartens Eden zu finden.




Oberrheinischer Meister: Paradiesgärtlein ca. 1415

Und: Der Dompfaff gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!


Girlitz - Serinus serinus



Das Gesangsrepertoire des Vogels umfasst über 50 komplexe Silben, die in einem sehr schnellen Tempo und einer sehr stereotypen Reihenfolge eigene Lieder bilden. Starke Variationen finden sich in der Modulation. Sein Gesangsrepertoire ist unter den Carduelinis einzigartig. Zudem umfasst es eine variable Menge an Silben, die auch andere Vögel verwenden. Die Kompositionen des Repertoires variieren geographisch.
Der (oft gesehene aber unter seinem Namen wenig bekannte) Girlitz ist die kleinste europäische Art aus der Familie der Finken und mit dem Kanarengirlitz nah verwandt. Sein etwas hektisch wirkender und klirrender Ruf „zr-r-rilitt“ hat dem Vogel den Namen gegeben.



Sein Nest baut der Girlitz auf dichten Bäumen wie Nadelholz, aber auch in Sträuchern und Kletterpflanzen. Als typischer Stadtrandbewohner drang er im 19. Jh. vom Mittelmeergebiet nordwärts nach Mittel- und Osteuropa vor. In Bayern kam der Girlitz nur unregelmäßig vor, und galt daher als Vorbote von Pest und Zeiten der Not.
Von der Antike bis ins 15. Jahrhundert hinein ist der Girlitz wegen seines Gesanges ein besonders beliebter Käfigvogel. Als in dieser Zeit der Import des Kanarengirlitzes einsetzte, sinkt die Nachfrage. Dennoch konnten die Züchter die Kreuzungen beider Arten zu erschwinglichen Preisen an einen gehobeneren Kundenkreis verkaufen. Auch heute hält man den Girlitz noch als Ziervogel.
Während es in Deutschland illegal ist, dürfen Malteser Gerlitze fangen, was sie in Fallen tun, um sie später in kleinen Käfigen privat zu halten oder auf Vogelmärkten in Valletta zu verkaufen.
Und: Der Girlitz gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!


Graureiher - Ardea cinerea



Name: Ardea (lat. Reiher), cinis (lat. Asche), also aschfarben
Der Graureiher, auch Fischreiher genannt, ist in Eurasien und Afrika verbreitet und hat vier Unterarten. Hier lebt die Nominatform* Ardea cinerea cinerea, sie ist (leider) Wild im Sinne des Bundesjagdgesetzes. In Schleswig-Holstein schießen die Jäger jährlich zwischen 100 und 200 Vögel ab, was der Naturschutzbund kritisiert, da dort der Bestand von 2002 bis 2014 von 2700 Brutpaaren auf 1100 Brutpaare um ca. 60 % zurückgegangen ist.



Kleinere Teiche überspannnen die Fischzüchter zur Schadensabwehr mit Netzen, an größeren Teichen sollen unmittelbar am Uferrand gespannte Drähte die Reiher abhalten, Vogelscheuchen erkennen sie aber meist schnell als harmlos. An natürlichen Gewässern sind meist keine fischereiwirtschaftlichen Schäden zu beobachten, da die Reiher nur im Flachwasser ihre Nahrung suchen und dort meist nur wirtschaftlich unbedeutende Fischarten erbeuten.

Flug: Den Abflug leitet der Reiher mit einigen Sprüngen ein. Er fliegt mit langsamen Flügelschlägen und bis auf die Schultern zurückgezogenem Kopf und einem s-förmig gekrümmten Hals. Bei Abflug und Landung ist der Hals vorgestreckt. Während des Fluges ruft er lautes, raues "chräik".

Graureiher sind Lebensraumgeneralisten, die gleichermaßen an Süßgewässern im Landesinneren, an Flussmündungen sowie in Küstenregionen zu Hause sind. Ihre Ansprüche an den Lebensraum sind relativ gering. In jüngster Zeit dringt der Reiher sogar immer mehr in städtische Gebiete vor, wo man ihn sogar oft in Innenstädten beobachten kann.
Der Graureiher sucht seine Nahrung in der Regel alleine und verteidigt sein Nahrungsterritorium energisch, wobei es sogar zu Tötungen eines konkurrierenden Reihers kommen kann. Der Graureiher stakst ruhig mit gesenktem Kopf und gekrümmtem Hals langbeinig durch das seichte Wasser, sticht blitzschnell nach kleineren Fischen, Fröschen, Molchen, Schlangen und Wasserinsekten. Er frisst auch Ratten und Schermäuse, die er im Ganzen verschlingt. Auf Wiesen wartet er stocksteif stehend auf Feldmäuse und verzehrt gelegentlich auch Eier und Jungvögel. Typisch für solche Ansitzjagden ist zunächst ein langsames Vorbeugen und dann ein schnelles Zustoßen. Zur Fischjagd kann er auf dem Wasser landen, ein bis drei Sekunden schwimmen und dann wieder auffliegen. Die bevorzugte Methode ist jedoch, einige Meter vom Wasser entfernt zu landen und dann langsam ins Wasser zu schreiten.



Der älteste beringte Graureiher erreichte ein Lebensalter von 35 Jahren.


Großtrappe - Otis tarda



Name: Otis (gr. Trappe), tardus (lat. langsam, träge)
Die Großtrappe, schwerster flugfähiger Vogel der Welt (bis 16 kg!), schreitet gern gemächlich, aber träge ist sie nicht, sondern sehr scheu und reagiert auf jede Gefaher sofort, läuft mit großer Geschwindigkeit und fliegt ziemlich schnell; sie startet grundsätzlich gegen den Wind und leitet das Auffliegen mit einigen beidbeinigen Sprüngen ein. Die Großtrappe kann bis 20 Jahre alt werden, ist in Mitteleuropa sehr selten und eines ihrer letzten Refugien der Hohe Fläming.



Beheimatet war sie in einem großen, aber unzusammenhängenden Gebiet zwischen Marokko, Spanien und der Mongolei. Sie frisst Kräuter, Körner, Samen, Früchte, Insekten und Kleinsäuger. Die Jagd auf die Großtrappe ist in Europa verboten.


Grünbrustnymphe - Hylonympha macrocerca



Die Grünbrustnymphe, manchmal auch Waldnymphe, ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst nur etwa 375 Quadratkilometer in Venezuela, ihr Bestand ist stark gefährdet. Die männliche Grünbrustnymphe ist etwa 19 cm lang, das Weibchen nur 11,5. Ihr Habitat befindet sich in subtropischer Zone an Waldrändern und Lichtungen des Nebelwalds in Höhen zwischen 900 und 1200 Metern, endemisch auf der Paria-Halbinsel.



Ihr Name leitet sich aus den griechischen Wörtern hýle (Wald) und nymphe (Nymphe, junge Schönheit) ab. Das Artepitheton ist ein griechisches Wortgebilde aus makros (groß, lang) und kerkos (Schwanz)




Grünfink - Carduelis chloris


Zwuntsch oder Schwunsch hieß er früher, was wohl auf seinen Ruf zurückzuführen ist. Und von seiner Ernährung hergeleitet dürften "Grünhänfling" und "Grünhanfling" sein. Oder - wie meine Eltern immer sagten - einfach Grünling. Seinen Gesang trägt der Vogl von exponierter Warte oder im Flug vor. Heimisch in ganz Europa, dem nördlichen Afrika und dem südwestlichen Asien.
Er wohnt er vor allem in den verschiedensten Siedlungsformen des Menschen: Von Einzelhöfen und Weilern mit Streuobstbau bis zu Großstadtzentren mit Parkanlagen oder Friedhöfen, sofern wenigstens einzelne Bäume, Baumreihen oder begrünte Hausfassaden vorkommen.



2009 gab es im Norden Deutschlands ein massenhaftes Sterben von Grünfinken infolge einer Trichomonadose.
Und: Der Grünfink gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!


Hahn, Henne, Huhn siehe bei Bankivahuhn->


Haubentaucher - Podiceps cristatus



Podex (lat. Hintern), pes (lat. Fuß - zusammengezogen ps): Steißfuß, cristatus (lat. kamm-, helmbuschtragend)
Einige Lappentaucher - benannt nach dem Hautlappen an den Zeheh, tragen - zumindest ansatzweise - eine Federhaube. Beim Haubentaucher ist diese besonders ausgeprägt und wegen der rotbraunen Färbung auch besonders auffallend. Er trägt sie allerdings nur im Prachtkleid.



Die Modeinsustrie verarbeitete häufig Haubentaucherbälge, besonders das dichte, seidige Gefieder von Brust und Bauch,und stellte daraus Kragen, Hüte und Muffs her. Im 19. Jahrhundet gründete sich in England eine Tierschutzvereinigung mit dem Ziel, den Haubentaucher zu schützen (aus der Vereiniung ging später die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) hervor. Aufgrund dieser Schutzbemühungen konnte die Art in Großbritannien erhalten bleiben. Die größte Bedrohung des Haubentauchers sind Sportangler, Badegäste und Wassersportler, die immer häufiger kleine Gewässer und deren Uferzonen aufsuchen. Und Angler verfolgen ihn seit jeder, weil seine Hauptnahrungsquelle Fische sind.
Der Haubentaucher ist der größte, häufigste und bekannteste Vertreter der Familie der Lappentaucher (Podicipedidae). Er brütet auf Süßwasserseen und größeren Teichen mit röhrichtbewachsenen Ufern. Besonders auffällig ist sein Balzverhalten. Er hat eine Flügelspannweite bis 73 cm. Der Haubentaucher ist ein weit verbreiteter Vogel in den mittleren Breiten und Subtropen von Südwest-Europa und Nordafrika bis nach China. Die Art kommt auch südlich der Sahara sowie im Süden und Osten Australiens und der Südinsel Neuseelands vor.
Der Haubentaucher ist tagaktiv. Er ruht und schläft auf dem Wasser. Er schwimmt häufig mitten auf Seen und verschwindet immer wieder zu bis zu einer Minute dauernden und 5 bis 20 m tiefen Tauchgängen.



Haubentaucher fressen hauptsächlich kleine Fische, die sie tauchend jagen. Aber auch Kaulquappen, Frösche, Krebstiere, Spinnen und Wasserinsekten sowie Samen gehören zu ihrer Nahrung.


Hausrotschwanz - Phoenicurus ochruros



In Mittelfranken Rotschwänzle, in Oberbayern Rotschwanzl, in den Alpen Rußvogel. Oder Brand-, Brandreiterl, Prandvogel, Hausrötel. In der Schweiz Rotzigeli. Umgangssprachlich sind Haus- und Gartenrotschwanz einfach Rotschwänzchen. Auch Zagelmönch heißt der Vogel, was so viel bedeutet wie ‚Mönch mit Schwanz‘. Wackelarsch oder Schwappelarsch sind auf sein Schwanzzittern zurückzuführen. Quelle diese Mundartbezeichnungen ist der feurig rostrote Schwanz, sonst rußschwarz, die Weibchen und Jungvögel graubraun. Sein Gesang ist kurzer, knirschend, unmelodiös.



Phoinikos (griechisch: rot), pteron (griechisch: Flügel) erklärt seinen wissenschaftlichen Namen.
Im Schweizer Kanton Bern gilt der Hausrotschwanz als Glücksbringer, andernorts soll er ein Haus vor Feuer schützen – in manchen Gegenden gilt aber auch das genaue Gegenteil. In ländlichen Gebieten unterstellte man dem Hausrotschwanz, seine Anwesenheit stünde im Zusammenhang damit, dass Kühe rote Milch gäben (Der wahre Grund: die Kuh hatte Mastitis)
Ursprünglich Felsbewohner, der heute aber auch im Tiefland vorkommt, da er auch in Gebäudenischen brütet. Auch künstliche Halbhöhlen nimmt er gern an. Er ist ungefährdet und gehört zu den Sing-vogelarten, deren Bestände in Europa gegen Ende des 20. Jahrhunderts deutlich zugenommen haben und weiterhin stabil sind.
In Europa brütet neben dem Hausrotschwanz der nahe verwandte Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus). Männchen des Gartenrotschwanzes sind zur Brutzeit an der weißen Stirn, der schwarzen Gesichtsmaske und der rostorangen statt braungrauen Unterseite leicht zu unterscheiden. Ungefähr die Hälfte der geschlechtsaktiven Vögel leben einjährig, weitere 40 % sind zwischen 1 und 3 Jahre alt, das bisher bekannte Höchstalter eines Hausrotschwanzes beträgt 10 Jahre.
Und: Der Hausrotschwanz gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!


Hawaiigans - Branta sandvicensis



Die Hawaiigans (anderer wiss. Name 'Nesochen sandvicensis'), Staatsvogel des US-Staats Hawaii, ist weltweit die seltenste Gänseart und vom Aussterben bedroht.
Bekanntes Beispiel für den Einfluss der Europäer und der durch sie eingeführten Tiere auf die Population einer endemischen Tierart. Die Population ging von etwa 25.000 1778 auf etwa 30 Gänse 1950 zurück und stieg 1999 durch Schutzmaßnahmen wieder auf etwa 1.000. Geschlechtsdimorphismus besteht nicht.
Als Anpassung an den Untergrund aus erkalteter Lava, auf dem sie lebt, und die fast vollständige Abwesenheit von stehenden Gewässern in ihrem Lebensraum sind die Schwimmhäute zwischen den kräftigen Zehen deutlich reduziert. Sie wird etwa 25 bis 30 Jahre alt, lebt und brütet sogar vollständig an Land auf erkalteten, aber fruchtbaren Lavafeldern in 1500 bis 2500 m Höhe, wo sie auch ihre Jungen aufzieht.
Ihr Lebensraum ist Hawaii, vor allem auf dem Vulkankegel des Mauna Loa. Die Hawaiigans bedrohen Bejagung, eingeschleppte Fressfeinde wie Hunde und Katzen.
Fliegende Hawaiigänse


Heckensänger - Cercotrichas galactotes



Name: Kerkos (gr. Schwanz) tricha (gr. dreifach)

Unterarten des Heckensängers kommen Deutschland nicht vor, er lebt vor allem auf dem Balkan und in Südfrankreich.





Aaskrähe
Ährenträgerpfau
Alpendohle
Alpenschneehuhn
Amerikanerkrähe
Amsel
Bachstelze
Banggai-Krähe
Bankivahuhn
Baumfalke
Baumpieper
Bennettkasuar
Bennettkrähe
Bergfink
Berghüttensänger
Bienenelfe
Blässhuhn
Blauer Pfau
Blaukehlchen
Blaumeise
Borstenrabe
Braunkopf-Kuhstärling
Brillenpelikan
Buchfink
Buntfuß-Sturmschwalbe
Buntspecht
Buntschnabelkrähe
Dompfaff
Eichelhäher
Eissturmvogel
Elster
Erzrabe
Fächerborstenrabe
Feldspatz
Feldsperling
Felsentaube
Fenghuang
Flötenvogel
Gartentrupial
Geierrabe
Gelbfuß-Regenpfeifer
Gelbnackenspecht
Gelbschnabeltaucher
Gimpel
Girrlitz
Graureiher
Großtrappe
Grünbrustnymphe
Grünfink
Hahn
Haubentaucher
Hausrotschwanz
Haussperling
Hawaiigans
Heckensänger
Henne
Huhn